Ob Schwimmen, Jogging oder Fußball – Wer als Hörgeräteträger sportlich aktiv ist, kennt das Problem: Entweder man nimmt die Hörgeräte vor dem Sport aus dem Ohr oder trifft spezielle Vorsichtsmaßnahmen, um sie zu schützen.
Schweiß beschädigt Hörgeräte
Vor allem Körperschweiß ist aufgrund seiner Zusammensetzung sehr aggressiv. Er kann die empfindliche Technik im Innern beschädigen, im schlimmsten Fall droht sogar ein Totalverlust der Hörgeräte. Freizeit- und Spitzensportler, die während des Sports dennoch nicht auf deren Einsatz verzichten wollen oder können, blieb in der Vergangenheit oft nicht mehr, als Schweißbänder oder Spezialhüllen zu verwenden.
Prominentes Beispiel ist der slowenische Spitzen-Basketballer Miha Zupan. Der 30-Jährige Profi ist seit seiner Geburt hochgradig schwerhörig und auch auf dem Spielfeld immer auf seine Hörgeräte angewiesen. Ein breites, frottiertes Schweißband sorgt dafür, dass kein Schweiß von seiner Kopfhaut auf die Geräte trifft. Zu einhundert Prozent zuverlässig ist jedoch auch diese Methode nicht.
Auch andere Sportler wie die sehr erfolgreiche deutsche Nachwuchsgolferin Julia Neumann tragen Hörgeräte während sie körperliche Höchstleistungen erbringen.
Weder Schwimmen noch Duschen
Doch Schweiß ist keineswegs die einzige Herausforderung für Hörgeräteträger im Sport: Schwimmen, Duschen oder Saunen war für sie in der Vergangenheit mit „normalen“ Hörgeräten unmöglich. Denn die Hightech-Apparate waren nicht ausreichend gegen das Eindringen der Feuchtigkeit geschützt.
Während spezielle Brillen für den Spitzensport schon seit vielen Jahren erhältlich sind – der ehemalige Fußballer und Weltstar Edgar Davids trug seit einer Augen-OP stets eine Spezialbrille auf dem Spielfeld – haben ähnliche Anwendungserweiterungen für Hörgeräte noch länger auf sich warten lassen.
Wasserresistente Hörgeräte
Die Zielgruppe der Hörgeräte-Hersteller wird jedoch immer jünger: Denn mit zunehmender technischer Leistungsfähigkeit und ihrer Kompatibilität mit Fernsehern, iPod und auch Smartphones wird der frühzeitige Rückgriff auf Hörgeräte für Schwerhörige immer attraktiver. Jüngere Altersgruppen kommen heute deutlich früher zum HNO oder Hörgeräteakustiker als zuvor. Gleichzeitig sind jedoch auch Ältere in ihrer Freizeit heute sportlich aktiver als vorherige Generationen.
Hersteller wie Siemens oder auch das Schweizer Unternehmen Phonak haben auf diesen Trend inzwischen reagiert, und spezielle Hörgeräte für sportlich aktive Menschen auf den Markt gebracht. Die Produktfamilien Siemens Aquaris und Phonak Bolero Q sind wasserresistent, schmutzabweisend und verhindern auch das Eindringen von Schweiß.
Spezialhülle mit Antirutsch-Effekt
Ein komplett wasserdichtes Hörgerät zu entwickeln, war jedoch eine ganz spezielle Ingenieursleistung. Denn die Gehäuse der Geräte haben üblicherweise Öffnungen für Mikrofone und den Hörer. Eine weitere potenzielle Schwachstelle ist das Batteriefach.
Bei wasserresistenten Hörgeräten ist das Gehäuse nicht nur durch eine spezielle Beschichtung vor Feuchtigkeit geschützt, auch die Öffnungen sind durch Membranen verdeckt. Sie sind schalldurchlässig, verhindern aber das Eindringen von Wasser.
Wie gut das funktionieren kann, zeigt sich beim Siemens Aquaris. Die SoftTouch-Oberfläche mit Antirutsch-Effekt bietet eine optimale Haptik. Auch in einer maximalen Wassertiefe von bis zu einem Meter nimmt das Hörgerät keinen Schaden.
Aber nicht nur im Sport, sondern auch für den Berufsalltag an klimatisch anspruchsvollen Orten wie beispielsweise Backstuben oder auch Baustellen im Freien sind diese Geräte eine hoch spezialisierte Alternative.
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