Von all unseren fünf Sinnen ist der Gehörsinn der mit Abstand aktivste. Er ist rund um die Uhr im Einsatz. – Und das aus sehr gutem Grund: Denn er warnt uns selbst im Schlaf vor möglichen Gefahren. Sirenen, ein bellender Hund oder ein weinendes Kind lassen uns auch aus tiefsten Träumen aufschrecken.
Schon im Mutterleib ist das menschliche Gehör voll entwickelt und kann bereits Stimmen und Geräusche der Außenwelt wahrnehmen, eine wichtige Voraussetzung für die frühkindliche, emotionale Bindung an die Eltern.
Das menschliche Gehör ermöglicht eine Geräuschwahrnehmung von 360° rund um den Kopf herum. Über das Zusammenspiel beider Ohren verfügen wir über die Fähigkeit zum Richtungshören und dazu, Sprache räumlich wahrzunehmen.
Frühzeitiges Handeln ist wichtig
Gerade weil das Gehör eine so herausragende Bedeutung für unser Dasein hat, sollten wir es auch ein Leben lang gut pflegen. Lässt das Hörvermögen altersbedingt oder durch andere Faktoren beeinflusst nach, dann gibt es – je nach Diagnose – verschiedene Möglichkeiten, einen Hörverlust auszugleichen. Oft raten HNO-Ärzte dann zur Verwendung moderner digitaler Hörgeräte, um das Sprachverstehen zu verbessern.
In Deutschland sind mindestens 14 Millionen Menschen von einer Einschränkung ihres Hörvermögens betroffen. Das bedeutet, beinahe jeder vierte Deutsche über 14 Jahren hat Hörprobleme.
Fest steht: Je früher die Betroffenen den Rat und die Diagnose eines Experten suchen, desto eher lässt sich der Hörverlust behandeln und das Sprachverstehen kann erhalten bleiben. Denn umso länger ein Hörverlust unbehandelt bleibt, desto mehr Nervenzellen werden irreparabel beschädigt. Das gilt für altersbedingte und durch Hörsturz verursachte Hörprobleme gleichermaßen.
Hörtest beim Hörakustiker
Doch an wen sollte man sich wenden, um das Gehör zu überprüfen? Wer das Gefühl hat, das eigene Hörvermögen habe nachgelassen oder sich auch nur zur Vorsorge untersuchen lassen möchte, der hat prinzipiell zwei Ansprechpartner: einen Hörgeräteakustiker oder einen HNO-Arzt. Beide sind Experten, die über spezielle Verfahren einen Hörverlust feststellen können.
Über die Ursache und genaue Verortung der Hörschädigung klärt allerdings nur der HNO-Arzt auf.
Schleichender Hörverlust
Wer sicher einen Hörverlust oder Hörsturz bei sich festgestellt hat, sollte allerdings direkt einen HNO-Arzt aufsuchen. Doch leider ist das nicht immer der Fall. Denn nicht selten nehmen die Betroffenen die Hörminderung als solche gar nicht wahr. Stattdessen kompensieren sie ihren Hörverlust unterbewusst dadurch, dass sie zum Beispiel Fernseher und Radio immer lauter stellen.
Fazit: Viele Schwerhörige entwöhnen ihr Gehör. Die Langzeitfolgen sind jedoch erheblich.
Wie gut höre ich noch?
Wenn Sie Zweifel haben, ob ihr Gehör noch einwandfrei funktioniert, dann beantworten Sie sich einmal selbst die folgenden Fragen:
- Haben Sie besondere Probleme Frauen- und Kinderstimmen klar zu verstehen?
- Sprechen die Menschen um Sie herum undeutlich und Gesprochenes klingt für Sie öfters genuschelt?
- Schauen Sie Personen eher auf die Lippen, um eine Unterhaltung in geräuschvoller Umgebung zu verstehen?
- Stellen Sie ihren Fernseher oder das Radio zunehmend lauter als zuvor gewohnt?
- Bitten Sie Gesprächspartner öfter, das zuvor Gesagte noch einmal zu wiederholen?
Wenn Sie auf mehrere dieser Punkte mit Ja antworten können, dann zögern Sie nicht und machen Sie ihrem Gehör zuliebe einen Termin bei einem Hörgeräteakustiker oder auch direkt beim HNO-Arzt.
Hörverlust – und nun?
Ein normal funktionierendes Gehör kann tiefe und hohe Töne, gemessen zwischen 20 und 20.000 Hertz wahrnehmen und Lautstärken von 0 bis über 120 Dezibel akustisch verarbeiten.
Wenn allerdings im sprachrelevanten Bereich von 500 bis 3000 Dezibel eine Hörminderung von mindestens 30 Dezibel festgestellt wurde, dann ist in jedem Fall die Verwendung von Hörgeräten hilfreich und ratsam.
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